Ausbeutung

"Wenn wir eine Welt hinnehmen, in der Kinder wie Waren im Supermarkt gekauft und verkauft werden können, haben wir das Recht verloren, uns zivilisiert zu nennen."
(Ron O'Grady)




Sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Deutschland gehört wie die meisten westeuropäischen Länder zu den "Entsender- bzw. Herkunftsländern". Das bedeutet, dass ein Teil der Fernreisenden aus diesem Land gezielt ins Ausland fahren, um dort sexuelle Dienstleistungen nachzufragen. Nach konservativen Schätzungen des Bundesministeriums für Gesundheit von 1995 sind dies jährlich ca. 200.000 bis 400.000 Deutsche.

Nach Schätzungen der WHO arbeiten zwischen zwei und drei Millionen Mädchen und Jungen weltweit als Prostituierte. Sie arbeiten auf der Straße oder in Bordellen und Bars, wo sie von Zuhältern und Kunden unter unmenschlichen Bedingungen ausgebeutet werden.
Neben den "klassischen" Reisezielen wie Thailand, Sri Lanka, Kenia oder den Philippinen bilden sich immer wieder neue Zentren für Kinderprostitution. Deutschland spielt eine zentrale Rolle im Handel mit Kindern aus ost- und südosteuropäischen Ländern.




Kind

Sexuelle Ausbeutung von Kindern in Deutschland

Im Jahre 2002 zählte die "Mitternachtsmission Dortmund" Kontakte zu 747 Prostituierten, 66 davon waren Kinder und Jugendliche. Das bedeutet: jede elfte Prostituierte ist minderjährig.

Kinderprostituierte sind zwischen sechs und 17 Jahren alt. Viele von ihnen wurden bereits vor ihrem Einstieg in die Prostitution vergewaltigt und sexuell missbraucht. Soziale Armut, sexueller Missbrauch sowie der Zwang durch Familienangehörige - das sind die wesentlichen Gründe, mit denen die Kinder beschreiben, warum sie in der Prostitution gelandet sind.

Alle Kinder berichten über Gewalt, die ihnen die Freier antun. Kinder werden ins Gesicht geschlagen, an den Haaren gezogen und mit Füßen getreten, bis hin zu schweren Schnittverletzungen im Genitalbereich. Freier setzen die Kinder teilweise ohne Kleidung an den "Strichplätzen" aus. Kinder werden z.T. gefesselt zurückgelassen. Der elfjährige Antonin erzählt im Interview: "Ein Deutscher hat mich im Auto gefesselt und mir den Mund zugeklebt".

Oft sind die Zuhälter Verwandte der Opfer: Mütter, Großmütter, andere Familienangehörige oder auch Bekannte der Familie. Einige der Mütter arbeiten auch selbst als Prostituierte. "Meine Mama hat mir gesagt, wie ich das machen muss", erklärt die zehnjährige Iveta im Interview. Die zunehmende Nachfrage nach Minderjährigen steht auch in Zusammenhang mit der Angst vor einer Ansteckung mit HIV/AIDS. Viele Freier gehen davon aus, das minderjährige Prostituierte nicht mit dem Virus infiziert sind und deshalb die Gefahr einer eigenen Ansteckung minimiert ist. Ältere Kinder, die schon länger in der Prostitution arbeiten, werden von ihren Zuhältern oder Verwandten als Aufpasser eingesetzt. Sie müssen die jüngeren Geschwister anlernen. Bereits 13-jährige vermitteln jüngere Kinder. Es sind Fälle bekannt, bei denen sich Freier an 3 Geschwistern ( 14, 11 und 7 Jahre alt) gleichzeitig vergangen haben.




Kinderpornographie im Internet

Kinderpornographie

Das Geschäft mit der "Ware Kind" boomt nach wie vor. Jährlich werden mit Kinderpornographie nur in Deutschland mehr als 1,5 Milliarden EURO umgesetzt; das ist mehr als im Drogenhandel.

Spezielle kriminelle Handlungen im Bereich des Missbrauchs von Kindern bestehen im Bereich der Kinderpornographie. Dabei werden Kinder gefoltert, verletzt und sogar ermordet. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden wurden im Jahr 2002 insgesamt 1.873 Tatverdächtige wegen des Besitzes und/oder der Beschaffung von Kinderpornographie erfasst. Schätzungen gehen von ca. 60.000 Konsumenten aus.

Videos mit Kinderpornographie werden sowohl im familiären Umfeld der betroffenen Kinder als auch durch andere Täter hergestellt, die sich das Vertrauen der Kinder erschleichen. Letztlich werden diese Kinder dann zur Herstellung von Kinderpornographie missbraucht.

Die Täter, die nur als "Verbraucher" vor Gericht stehen, werden von den Gerichten leider viel zu milde behandelt. Hierbei muss man bedenken, dass vor allem die Nachfrage das Angebot bestimmt. Die Verbraucher tragen daher ganz wesentlich dazu bei, dass Kinder zum Zwecke der Herstellung von Kinderpornographie sexuell missbraucht werden.

Welchen Umfang die Kinderpornographie allein im Internet angenommen hat, zeigt das folgende Ereignis: Am 25. September des Jahres 2003 wurden weltweit konzertierte polizeiliche Aktionen durchgeführt. Es wurden 745 Rechner, 35.500 CD´s, 8.300 Disketten sowie 5.800 Videos sichergestellt. Außerdem wurde gegen rund 530 Personen Ermittlungsverfahren eingeleitet. Weltweit waren 166 Länder an der Aktion beteiligt, es wurden insgesamt 26.000 Verdächtige entlarvt.


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