Kindersoldaten

Für die meisten Kriege gilt eine Faustregel: Je länger ein Krieg dauert, desto mehr Kinder werden rekrutiert. Je mehr Kinder rekrutiert werden, um so jünger werden die Opfer dieser Praxis.
Die Rekrutierung von Kindersoldaten dient in manchen Konflikt- und Kriegsregionen auch als Instrument zur Unterdrückung von oppositionellen Gruppen und Ethnien. In diesem Fall werden Kinder von Oppositionellen oder ethnischen Minderheiten vom Militär rekrutiert. Anschließend werden sie in entfernte Landesteile gebracht, ohne dass die Eltern vom Verbleib ihrer Kinder Kenntnis erhalten.

In einer UN-Studie werden die Lebensumstände von Kindersoldaten beschrieben. Die Untersuchung brachte - zusammenfassend - folgende Befunde hervor:





Kindersoldaten In vielen Ländern droht kapitulierenden, gefangenen oder entflohenen Kindersoldaten Misshandlung, Folter oder der Tod. Am 26 Mai 2000 wurde im nepalischen Dorf Urma ein 17-jähriges Mädchen zusammen mit fünf anderen Maoisten getötet, sie war verwundet und hatte sich ergeben wollen. In Burundi hat die Regierung Kinder über lange Zeit ohne Anklage oder Verfahren inhaftiert und gefoltert, viele von ihnen unter dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit bewaffneten Oppositionsgruppen. Andere sind Racheakten ihrer Dorfgemeinschaften ausgesetzt. Am 25. Oktober 2000 überfiel in Sri Lanka ein Mob aus nahe gelegenen Dörfern das Bindunuwewa Rehabilitationszentrum; der Angriff forderte 26 Opfer im Alter zwischen 14 und 23 Jahren. In Sierra Leone wurden zahlreiche bereits entlassene Kinder rekrutiert, manche direkt in den Rehabilitationszentren.

Trotz zahlreicher internationaler Verträge und Schutzbestimmungen werden immer mehr Kinder Opfer von Kriegen und bewaffneten Konflikten. Im vergangenen Jahrzehnt starben dabei zwei Millionen Heranwachsende, sechs Millionen wurden verletzt. Häufig werden zivile Einrichtungen wie Gesundheitsstationen und Schulen zum Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen.




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