Kindersoldaten
Für die meisten Kriege gilt eine Faustregel: Je länger ein Krieg dauert, desto mehr Kinder werden rekrutiert. Je mehr Kinder rekrutiert werden,
um so jünger werden die Opfer dieser Praxis.
Die Rekrutierung von Kindersoldaten dient in manchen Konflikt- und Kriegsregionen auch als Instrument zur Unterdrückung von oppositionellen
Gruppen und Ethnien. In diesem Fall werden Kinder von Oppositionellen oder ethnischen Minderheiten vom Militär rekrutiert. Anschließend werden
sie in entfernte Landesteile gebracht, ohne dass die Eltern vom Verbleib ihrer Kinder Kenntnis erhalten.
In einer UN-Studie werden die Lebensumstände von Kindersoldaten beschrieben.
Die Untersuchung brachte - zusammenfassend - folgende Befunde hervor:
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Besonders belastend für die betroffenen Kinder ist die Trennung von den Eltern und der ursprünglichen Lebensgemeinschaft.
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Die Kinder werden oft geschlagen, misshandelt und gezwungen, Grausamkeiten zu begehen. Sie müssen zum Beispiel andere Kinder töten, wenn diese fliehen wollten. Diese Behandlung hat nur ein Ziel: Einschüchterung, Erzwingung absoluten Gehorsams und Abstumpfung gegen Grausamkeit.
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Kinder, die den Anforderungen des Soldatseins nicht gewachsen sind, werden nicht selten von ihren Vorgesetzten getötet.
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Viele Mädchen, aber auch Jungen, werden durch erwachsenen Soldaten sexuell missbraucht.
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Wer sich durch Desertion dem brutalen Dienst entziehen will, muss, falls die Flucht scheitert, mit der Todesstrafe rechnen.
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Kinder werden von den Vorgesetzten als »weniger wertvolle« Soldaten angesehen. Dies bedeutet im Kampf, dass sie an besonders gefährlichen Stellen der Front eingesetzt werden, zum Beispiel als Spione, Minenleger und Minensucher. Entsprechend hoch ist das Risiko, verletzt oder getötet zu werden.
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Die häufigsten Verletzungen von Kindersoldaten sind Blindheit, Taubheit durch Explosionslärm, Verlust von Gliedmaßen.
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Kinder, die in Gefangenschaft geraten, werden wie erwachsene Soldaten behandelt. Auf ihr Alter wird keine Rücksicht genommen.
In vielen Ländern droht kapitulierenden, gefangenen oder entflohenen Kindersoldaten Misshandlung, Folter oder der Tod. Am 26 Mai 2000 wurde
im nepalischen Dorf Urma ein 17-jähriges Mädchen zusammen mit fünf anderen Maoisten getötet, sie war verwundet und hatte sich ergeben wollen.
In Burundi hat die Regierung Kinder über lange Zeit ohne Anklage oder Verfahren inhaftiert und gefoltert, viele von ihnen unter dem Vorwurf
der Zusammenarbeit mit bewaffneten Oppositionsgruppen. Andere sind Racheakten ihrer Dorfgemeinschaften ausgesetzt. Am 25. Oktober 2000 überfiel
in Sri Lanka ein Mob aus nahe gelegenen Dörfern das Bindunuwewa Rehabilitationszentrum; der Angriff forderte 26 Opfer im Alter zwischen
14 und 23 Jahren. In Sierra Leone wurden zahlreiche bereits entlassene Kinder rekrutiert, manche direkt in den Rehabilitationszentren.
Trotz zahlreicher internationaler Verträge und Schutzbestimmungen werden immer mehr Kinder Opfer von Kriegen und bewaffneten Konflikten.
Im vergangenen Jahrzehnt starben dabei zwei Millionen Heranwachsende, sechs Millionen wurden verletzt. Häufig werden zivile Einrichtungen
wie Gesundheitsstationen und Schulen zum Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen.
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Seit September 2000 wurden in den palästinensischen Autonomiegebieten 166 Schulen zerstört oder beschädigt.
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Über 265 palästinensische und 52 israelische Kinder und Jugendliche wurden seither getötet.
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Mehr als 7.000 palästinensische Heranwachsende wurden zum Teil schwer verletzt.
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In über 30 aktuellen Konflikten werden derzeit rund 300.000 Kinder und Jugendliche als Soldaten missbraucht.
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Die weltweite Verbreitung von rund 530 Millionen Kleinwaffen wie Sturmgewehren und Maschinenpistolen macht es Erwachsenen leicht, Kinder zu rekrutieren.
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Kriegsparteien setzen immer häufiger die Vergewaltigung von Mädchen und Frauen als Waffe ein.
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Im westafrikanischen Sierra Leone vergewaltigten 1999 marodierende Banden in der Hauptstadt Freetown tausende Mädchen. Weltweit erleiden
tausende Kinder und junge Frauen Massenvergewaltigungen.