Nova Meierhenrich, TV Moderatorin
"Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben."
Pearl S. Buck (1892-1973), amerik. Erfolgsautorin, 1938 Nobelpr. f. Lit.
...und deshalb ist es so wichtig hinzusehen, hinzuhören und vor allem
da zu sein wenn ein Kind Hilfe braucht. Schweigen und Wegsehen ist
das Schlimmste was man einem Kind in Not antun kann. Und auch
wenn die Gesellschaft es oft ignoriert und von sich weg schiebt, so
gibt es doch so viele Kinder die ohne das Hinsehen und Handeln von
anderen nicht in der Lage sind sich selbst aus ihrer Situation zu befreien.
Viele denken: "Was kann ich schon tun?" Aber genau das ist der
Trugschluss. Denn Kindesmissbrauch passiert nicht nur weit weg
vom eigenen Leben - in einer anderen sozialen Schicht, in einer
anderen Stadt, einem anderen Land.
Sondern direkt vor unseren Augen - jeden Tag auf neue. 1000de
Kinder die jeden Tag aufs neue Qualen erleiden und sich hilflos in
ihr Schicksal ergeben weil Erwachsene nicht richtig hinsehen oder
hinsehen wollen.
Arabella Kiesbauer, Moderatorin und Talk-Masterin
Es zählt zu den unangenehmen Themen, die immer nur dann erschreckend aktuell erscheinen, wenn etwas furchtbares in den Medien
berichtet wird, oder wenn man extra darauf aufmerksam macht.
Es zählt zu den Themen, die keinen Charity-Glanz verleihen, wo viele lieber wegsehen - weil die
wirkliche Realität so furchtbar und aktuell ist. Es muss endlich begriffen werden, dass Kindesmissbrauch leider immer aktuell ist,
vielleicht sogar in näherer Umgebung von uns, als wir manchmal denken.
Deswegen braucht dieses Problem eine ständige Aktualität, ein viel energischeres Eingreifen und eine
umfassendere Prävention. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, so würde ich mir wünschen, dass wir weltweit den egal wie gearteten
Missbrauch an Kindern beenden könnten.
Dr. Angela Merkel, Vorsitzende der CDU Deutschlands
Sehr geehrte Damen und Herren,
eine besonders verachtenswürdige Form der Gewaltausübung ist die Gewalt gegen Kinder. Unzählige Kinder und Jugendliche werden in
gröbster Weise misshandelt und sogar getötet. Viel zu oft erschüttern uns Meldungen über vermisste Kinder, die sexuellen Straftaten
zum Opfer fallen. Wir dürfen nicht länger zusehen, wenn jährlich bundesweit mehr als 15.000 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern
registriert werden. Die entsprechende Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Die Experten vermuten, dass jedes achte
Mädchen und jeder zwölfte Junge mindestens einmal einem sexuellen Übergriff ausgesetzt ist. Nur ganz selten sind die Täter Fremde.
Zu achtzig Prozent kommen sie aus dem direkten sozialen Umfeld des Opfers. Diese Gewalt an den Wehrlosesten in unserer Gesellschaft
muss ein Ende haben.
Das strafrechtliche Instrumentarium zur Bekämpfung von Sexualdelikten muss endlich verbessert werden. Wir brauchen im Kampf gegen
Verbrechen an Kindern eine konsequentere, präzisere Vorgehensweise, etwa wenn es um die Möglichkeit einer nachträglichen
Sicherheitsverwahrung, die Erhöhung der einschlägigen Strafrahmen und die Telefonüberwachung bei Kindesmissbrauch und bei der Verbreitung
von Kinderpornographie geht. Damit Kinder vor sexuellen Übergriffen geschützt werden, wollen wir den strafrechtlichen Schutz von Kindern
und Jugendlichen verbessern und weiterentwickeln, Prävention und Opferschutz stärken, die Hilfs- und Beratungsangebote vernetzen und die
internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich fördern.
Um Kinder wirksam vor Gewalt und Entführung zu schützen, brauchen sie neben den gesetzlichen Maßnahmen auch mehr Aufmerksamkeit. Kinder
allein können sich nicht gegen Entführungen oder Übergriffe wehren. Statt Wegsehen und Abwenden muss Einmischen die oberste Maxime sein.
Mit der Einrichtung Ihrer Website gegen den Kindesmissbrauch leisten Sie deshalb wertvolle Arbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
vor sexueller Gewalt und Ausbeutung. Ihre vorbildliche Aktion "Nein!!! - gemeisam gegen Kindesmissbrauch" verdient daher große Anerkennung
und Unterstützung. Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Angela Merkel
Peter Kern, Schauspieler, Regisseur, Produzent und Autor
"Kinderschänder wegsperren" schreit populistisch Herr Bundeskanzler Schröder und weiß nicht, dass
er einen großen Teil seines Volkes ins Gefängnis stecken müsste. Tausende Eltern, Bekannte und Verwandte missbrauchen Kinder.
Millionen Pädophile verstecken sich im Internet und suchen Ihre Opfer. Kindermissbrauch ist ein sensibles Problem, weil das Kind
geschützt werden muss aber auch der Verführer vom Kind.
Ich habe einen Freund, der ist als fünfjähriger von seinem Vater vergewaltigt worden. Sein Vater wiederum
von seinem Vater. Ein Kreislauf von Verletzung, Hilflosigkeit und Schmerzen für ein ganzes Leben. Staatsanwälte forderten den Gerichtsprozess.
Damit aber beginnt die Zerstörung und Verurteilung der Familie. Schande kann nicht heilen, Schande macht den Schuldigen stark in seiner
Einsamkeit und das Gefühl Täter zu sein bleibt und der Täter wiederholt die Tat, weil die Bestrafung keine Veränderung schafft. Und Vergeltung
und Genugtuung nach einem Prozess verändern auch nichts außer den Hass des Opfers für einen Moment gestillt zu sein. Die Verletzung aber bleibt.
Ich fordere das Gespräch zwischen Opfer und Täter. Der Täter muss verstehen lernen, das seine Tat auch sein Ich
zerstört und verletzt hat. Wenn der Täter vergewaltigt, ein junges Leben zerstört, zerstört er sich selber. Schützen wir die Kinder indem wir
lernen das wir keine Recht haben das Kind zu missbrauchen. Schützen wir und helfen wir unseren Kindern durch Aufklärung aber auch durch
Selbstbestimmung.
Wolfgang Zöller, MdB Gesundheits- und sozialpolitischer Sprecher der CSU Landesgruppe im Deutschen Bundestag
Wer als Kind Gewalt erlebt, oftmals über einen längeren Zeitraum hinweg, trägt schwer an der erlittenen Erfahrung sein ganzes Leben
lang - trotz aller vorhandenen Hilfs- und Therapieangebote.
Gewalt und sexueller Missbrauch lösen nicht allein unmittelbar Not und Leid aus, sondern haben meist
auch eine verheerende Wirkung auf die weitere Entwicklung des Menschen. Betroffene können oftmals erst als Erwachsene darüber reden.
Um all die Folgen von Gewalt, Missbrauch und Misshandlung, von Ausbeutung des Kindes als Ware und als billiger
Arbeitskraft für den einzelnen Menschen wie für die Gesellschaft zu verhindern, sind wir alle - Politik, Eltern, Schule, Medien, die ganze
Gesellschaft - aufgerufen, mit wachen Augen unsere Kinder zu schützen.
Ziel muss es sein, Gewalt schon in ihrer Entstehung zu verhindern. Wir alle müssen uns also fragen:
Tun wir genug, um unsere Kinder vor Gewalt und Missbrauch zu schützen? Setzen wir genug Zeichen gegen Gewalt, so dass sich die Öffentlichkeit
in einem steten Sensibilisierungsprozess befindet, der sofortiges Hinschauen und Einschreiten ermöglicht? Dabei können gerade die Medien der
Öffentlichkeit sehr einprägsam vermitteln: Gewalt gegen Kinder muss Tabu sein! Gewalt gegen Kinder muss geächtet werden!